Linearreibschweißen


Linearreibschweißen (Linear Friction Welding, LFW) ist ein seit den 1980er Jahren etabliertes Sonderschweißverfahren, bei dem die Bauteile aufeinandergepresst werden und mit einer Frequenz von etwa 50 Hz um ± 3 mm hin-und herbewegt werden. 


Das Verfahren wird vor allem in der Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt. Damit werden unter anderem für die Düsentriebwerke des Eurofighter die Turbinenschaufeln aus Titan mit der Rotorscheibe verschweißt, um sogenannte Blisks (Bladed Discs) herzustellen.

 


LinFric®-Linearreibschweißmaschinen

Wir haben im Rahmen des europäischen LinFric®-Projektes (www.linfric.com) eine hydraulische Linearreibschweißmaschine entwickelt, gebaut und in Betrieb genommen, mit der auch Stahlbauteile verschweißt werden können, z.B. um Felgen von Radladern und anderen Baufahrzeugen zu verschweißen. Die Hauptanwendungen liegen aber neben dem Turbinenbau in der Herstellung von Near-Net-Shape-Bauteilen im Flugzeugbau.

 

Das Konzept wurde im Rahmen eines Entwicklungsprojektes von einem Konsortium aus acht europäischen Unternehmen entwickelt. Hierbei wurden die vielfältigen Erfahrungen der einzelnen Partner auf dem Gebiet des Reibschweißens konsequent umgesetzt.

 

Die Vorteile der LinFric®-Maschinen gegenüber mechanisch über ein Getriebe angetriebenen Linear­reibschweißmaschinen basieren auf dem innovativen Antriebskonzept. Herzstück ist ein hydraulischer Oszillator, der mit einer Frequenz von 25-125 Hz und einer Amplitude von bis zu 3 mm schwingt. Die maximale Stauchkraft beträgt 200 kN (20 t), so dass Querschnittsflächen von bis zu 2000 mm² verschweißt werden können.

 

Der hydraulische Oszillator ermöglicht ferner den Schwingungsverlauf von der Sinusform abweichend zu verändern. Dies ermöglicht eine optimale Anpassung an die Fügeteilgeometrie und die zu verschweißenden Werkstoffe.

Veröffentlichungen zum Linearreibschweißen