Projektmanagement:


EuroStir®

Ein wichtiger Meilenstein bei der Entwickung des Reibrührschweißens wurde durch das von Stephan Kallee am TWI in Großbritannien geleitete EuroStir®-Projekt zur europäischen Industrialisierung des Reibrührschweißens mit einem Projektbudget von 8,5 Mio € erzielt. Darin wurde das Rührreibschweißen (FSW) für unterschiedliche Werkstoffe angewendet und weiterentwickelt, um hohe Schweißgeschwindigkeiten in großen Wandstärken zu erreichen. Das Verfahren wurde mit Realbauteilen industrialisiert und in der kommerziellen Produktion angewendet.

Das 60-monatige Eureka-Verbundforschungs-Projekt begann am 1. Dezember 2000 und hatte das übergeordnete Ziel, den Einsatz des Rührreibschweißens in Europa zu beschleunigen. Obwohl das Verfahren in Großbritannien erfunden worden war und zuerst kommerziell bereits in Schweden eingesetzt wurde, fand die anfängliche Entwicklung hauptsächlich in Japan und den USA statt, wo riesige Mittel durch die Schienenfahrzeughersteller bzw. Luft- und Raumfahrtindustrie investiert wurden.

 

Der Erfolg in Japan und den USA machte deutlich, dass FSW nicht nur beim automatisierten Fügen von relativ weichen Werkstoffen wie Aluminium, Magnesium und Kupfer eingesetzt werden kann, sondern aufgrund der sehr guten Verbindungseigenschaften und geringen Kosten auch auf andere Werkstoffe wie Stahl und Titan übertragbar ist, bei denen die Verfahrensvorteile ebenso genutzt werden können. FSW minimiert bei verbesserter Qualität die Gesundheits-Gefahren und Fertigungskosten, und verzichtet auf die für das konventionelle Schweißen erforderliche Handfertigkeit.

 

Für die 38 Projektteilnehmer aus Deutschland, Finnland, Großbritannien, Frankreich, Polen, Schweden und Spanien war der industrielle Einsatz von FSW in der automatisierten Fertigung zu wichtig, um auf den zeitaufwendigen Technologietransfer aus dem außereuropäischen Ausland angewiesen zu sein, wo bestehende Geheimhaltungsvereinbarungen zu extremer Verschwiegenheit geführt hatten. FSW hat sich als so industriell wertvoll erwiesen, dass in Japan und den USA die ersten Einsätze in der Serienfertigung bereits stattgefunden hatten, bevor die hohe Prozessfähigkeit und Schweißnahtfestigkeit allgemein verstanden wurden. Dies benachteiligte die potentiellen europäischen Nutzer des FSW-Verfahrens, weil es bei Projektbeginn in Europa nur wenige industrielle Anwendungen gab.


Projektteilnehmer

1. Aalto University
2. Airbus Deutschland

3. Airbus Frankreich
4. Alstom Transport
5. Angel Trains
6. Blacks Equipment
7. Braby
8. Briggs Manufacturing
9. Caterpillar France
10. Circle Technical Services
11. CAF
12. Corus
13. Danstir
14. DLR
15. EADS CCR
16. ESAB Automation
17. Feldbinder UK
18. Force Technology
19. Fundacion Fatronik
20. FWS Engineering
21. Gatwick Fusion
22. H.C. Starck
23. Hawtal Whiting Engineering
24. Helmholtz Zentrum
25. Institut De Soudure 
26. Instytut Spawalnictwa
27. Irizar
28. Klaus Raiser
29. Magicscope
30. Pechiney Rhenalu
31. Railway Safety
32. Seco Aluminium
33. Smart Technology Group 
34. Snecma Moteurs
35. Thompson Friction Welding
36. Triton Tooling
37. TWI
38. VTT Technical Research Centre



Das EuroStir®-Verbundforschungsprojekt verbesserte diese Situation durch internationale Zusammenarbeit, beschleunigte den Wissenstransfer und verbreitete einen Teil der Projektergebnisse proaktiv, um den industriellen Einsatz des Verfahrens in Europa zu beschleunigen. 

 

Um die anfangs erforderlichen Investitionen in FSW-Maschinen zu minimieren, wurde auf Lohnfertigung in Job-Shops gesetzt, die das FSW-Verfahren im Auftrag von größeren Firmen einsetzen. Das Projekt bot den Projektteilnehmern bei der Bewertung der Verfahrensvorteile eine Zeitersparnis, weil die Details des Werkzeugdesigns, der Parameterwahl und der erforderlichen Spanvorrichtungen nicht offensichtlich sind. Der im Rahmen des Projekts angestrebte Wissenstransfer zielte mit Erfolg darauf ab, die industrielle Anwendung des FSW-Verfahrens zu erleichtern, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und dadurch Arbeitsplätze zu sichern.